Entrümpeln
Ich habe mich getrennt. Nicht von meinem Herzensjungen. Aber von meiner Vergangenheit, wenn man so will, denn ich habe eine große Entrümpelungsaktion gestartet.
Nach meiner kleinen Pause in den vergangenen Wochen, in denen viel passiert ist und ich eine kleine Auszeit genommen habe, um mich zu erholen, habe ich nun genug Energie, um meine Baustelle “Wohnung” anzupacken. Ich fühle mich schon so lange nicht mehr wohl hier. Überall stehen Kartons umher und liegen Sachen im Weg, für die in meinen Schränken kein Platz mehr zu finden ist.
Nach meiner Rückkehr vom Auslandssemester habe ich so gut wie gar nichts mehr in meinem Zuhause gemacht. Das ist nun zwei Jahre her. In der Zwischenzeit habe ich zwar eine neue Spüle bekommen und mir auch einige neue Dinge gekauft, aber es sammelt sich so schnell so viel unnötiger Kram an und dann wundert man sich, wie wenig Platz man eigentlich hat. Und da sich die vergangenen zwei Jahre sowieso alles bei mir geändert hat (neuer Freund, neue Uni, neues Studium, nur ein neuer Job fehlt noch), war es längst überfällig, auch mal auszumisten. Und nachdem vor kurzem auch in meinen Keller eingebrochen und alles durchsucht und aus den Kartons geholt wurde, sowieso.
Als erstes habe ich meine riesige Sammlung Musikzeitschriften in den Altpapiercontainer getragen. Danach habe ich dann meine alten Uniunterlagen entsorgt. Das war echte ne Menge. Ich war gestern dreimal am Papiercontainer.
Gleich geht es weiter. Dann werden die Fenster geputzt und der Schreibtisch entrümpelt.
Pfingsten
Das hätte heute so ein schöner Tag werden können. Eine Freundin, die ich bereits seit dem ersten Semester an der Uni kenne, feiert ihren Geburtstag mit einem kleinen Picknick an einem See in Brandenburg. Ich bin auch eingeladen und habe mich so sehr auf diesen Tag gefreut. Ausmahmsweise scheint in diesem sonst recht kalten und verregneten Mai mal die Sonne und es ist angenehm warm draußen. Doch wie so oft in der letzten Zeit, kam auch heute alles anders als geplant. Meine Freundin hat mich einfach vergessen. Ich bin es gewohnt, dass sie zu Verabredungen stets eine ganze Stunde zu spät kommt, oft auf den allerletzten Drücker absagt und auch sonst nicht besonders zuverlässig ist, aber so etwas wie heute ist mir wirklich noch nie passiert. Wir wollten alle gemeinasam mit der Bahn an den See fahren, weil er etwas außerhalb von Berlin liegt. Meine Freundin versprach mir am Telefon, eine E-Mail zu schreiben mit Treffpunkt und Uhrzeit für die Abfahrt. Doch während alle anderen eine solche Nachricht erhalten haben, bin ich die einzige, die keine bekommen hat. Sie hat die Übersicht darüber verloren, wem sie Bescheid gesagt hat und wem nicht. Darüber bin ich nun wirklich sehr traurig. Klar wurde mir angeboten, ich könne ja nachkommen und einfach die Bahn eine Stunde später nehmen. Aber wie hätte as denn ausgeshen? Ich komme an, während alle anderen schon fröhlich sind und habe plötzlich die volle Aufmerksamkeit und das Mitleid aller? Es wäre mir schwer gefallen, so zu tun, als sei überhaupt nicht gewesen, um dann mit den anderen auf den Geburtstag anzustoßen.
Und nun sitzen meine Freunde am See, lachen, essen leckere Sachen und haben jede Menge Spaß, während ich mit schrecklichen Kopfschmerzen vom Heulen kämpfe.

Ich habe versucht, es mir mit einem Glas heißer Zitrone und einem Stückchen meines schwedischen Schokoladenkuchens, den ich heute morgen noch extra gebacken habe, im Bett gemütlich zu machen. Aber so recht kommt keine Stimmung auf. Denn immer wenn ich durch mein Fenster nach draußen in den strahlend blauen Himmel schaue, muss ich wieder daran denken, dass ich nicht am See sitze und Geburtstag feiere.
Ausgerechnet heute ist mir der Schokoladenkuchen besonders gut gelungen. Er ist von innen noch nicht ganz durchgebacken und daher sehr saftig mit einem intensiven Geschmack nach Schokoladen. Genau so soll er sein.
Die Kette auf dem Bild habe ich meiner Freundin zum Geburtstag gemacht. Die Idee habe ich von einem spanischen Blog und gedacht, dass könne ich eigentlich auch einmal ausprobieren. Es war nicht schwer, die notwendigen Materialien dafür zu besorgen. Als ich alle beisammen hatte, habe ich nur noch ein schönes Motiv finden und es auf die kleine Holzscheibe zeichnen müssen. Das Loch für das Lederband hat mein Bruder gebohrt, weil er der einzige ist, den ich kenne, der eine Bohrmaschine besitzt.
In knapp drei Wochen habe ich selber Geburtstag und es war geplant, nachdem ich nun schon so lange nicht mehr gefeiert habe, meine Freunde zu einem kleinen Brunch zu mir nach Hause einzuladen. Ob ich das nach der Geschichte heute nun überhaupt noch mache, weiß ich nicht mehr. Wohl eher nicht. Das erspart am Ende nur Enttäuschungen.
Brief aus London
Als ich gestern von der Uni nach Hause kam, hatte ich einen Brief von meiner Freundin aus London im Briefkasten. Sie hat dort studiert und lebt noch immer in dieser Stadt. Leider schaffen wir es nicht, den Kontakt so intensiv zu halten, wie wir es gerne möchten, aber wann immer wir Zeit haben, schreiben wir uns Briefe. Ich finde Briefe überhaupt wunderbar und viel schöner als Mails. Die schönsten und liebsten von ihnen bewahre ich in einer hübschen Schachtel auf.
Heute war Herrentag und ich musste auch nicht arbeiten. Den freien Tag habe ich wirklich genossen und als erstes einmal ausgeschlafen. Danach habe ich mich mit meinem besten Freund getroffen, um gemeinsam zu kochen. Es gab den ersten Spargel in diesem Jahr. Sooo lecker. Und dann ging es nach dem Essen mal wieder ins Cupcake. Heute war mein Cupcake wunderbar zitronengelb mit drei bezaubernden Blaubeeren auf dem Topping. Genau das richtige bei dem trüben, kalten und regnerischen Wetter. Wir haben mitte Mai und ich habe fast jeden Abend die Heizung an und trage noch immer meinen dicken Norwegerpulli.
Aber wenigstens sorgt der unglaublich toll duftende Flieder, den ich in einem kleinen Park in Friedrichshain gepflückt habe, für ein bisschen Frühlingsstimmung in meiner Wohnung.
Wochenrückblick
Zur Zeit bin ich ziemlich mit Uni und arbeiten beschäftigt und habe kaum Zeit für andere oder besser, schöne Dinge. Trotzdem ein kleiner Wochenrückblick, schließlich kann man ja nicht den ganzen Tag arbeiten.
Gelesen: “A long way down” von Nick Hornby. Ich lese schon eine ganze Weile daran.
Gehört: Das erste Album von “Hundreds”. Sehr schön.
Gefreut: Über zwei neue Aufträge für Artikel, die ich schreiben darf.
Gegessen: Warmer Kartoffelsalat mit Thunfisch, grünen Bohnen und weißem Balsamico. Gekocht von meinem Bruder.
Gekauft: Diese Woche mal nichts.
Geplant: Endlich einmal Eisessen zu gehen.
Geärgert: Über mich selbst, weil ich einfach keine Lust habe, meine Schwedischhausaufgaben zu machen.
Hoffe, der Frühling macht nur eine kurze Verschaufpause. Ich fühle mich so motivationslos ohne Sonne.
Angrillen
Den 1. Mai in Berlin habe ich gut überstanden. Ich war nach Jahren gestern das erste Mal wieder an diesem Tag in der Stadt unterwegs, anstatt aus Angst, ungewollt zwischen die Fronten von Polizei und Randalierern zu geraten oder eine Flasche an den Kopf zu bekommen, zu Hause zu bleiben. Freunde luden zum Angrillen in den Görlitzer Park und weil wir uns schon lange nicht mehr gesehen hatten, sagte ich natürlich zu und ging hin. Vor zwei Jahren habe ich die Nacht vom 30. April zum 1. Mai noch in Schweden gefeiert. Die Walpurgisnacht, oder Valborg wie es dort heißt, ist einer der höchsten Feiertage in Schweden und wird auch dort mit Lagerfeuer, viel Bier, Studentenchören und Tanz gefeiert. Am nächsten Tag treffen sich dann die Studenten im Stadtpark, um bereits am Morgen miteinander Champagner zu trinken, zu grillen und gemeinsam ein Picknick zu haben.
Doch hier ist alles ein bisschen anders. Während die meisten diesen freien Tag ebenfalls nutzen, um sich mit Freunden zu treffen, gibt es andere, die Demonstrieren gehen, was eigentlich immer im Chaos endet.
Ich hatte für gestern einen leckeren Nudelsalat gemacht, einen Rhabarber-Streuselkuchen gebacken und mir extra eine schicke Picknickdecke (in rot mit weißen Punkten natürlich) gekauft. Gegen Abend wurde es dann leider ziemlich kalt und so habe ich mich auf den Heimweg gemacht. Gerade in dem Moment lief die Demo am Görlitzer Park vorbei. Nach Hause habe ich es aber trotzdem schnell und sicher geschafft, um den restlichen Abend dann noch mit dem Liebsten und einem Horrorfilm zu verbringen. Nach einer halben Stunde hatten wir aber beide genug davon und den Film wieder weggestellt.
Der Rest der Woche war eher anstrengend. Es gab wie immer viel zu tun mit Uni und Arbeit. Stress mit der Bahn, ständig müde und ein bisschen motivationlos zur Zeit. Hoffe, die nächste Woche wird besser. Alles Liebe und bis bald.
Kleine Kostbarkeiten
Beim Stöbern in der Papeterie jenes bekannten und unglaublich großen Kulturkaufhauses in Berlin, entdeckte ich einen ganz besonderen Schatz: verschiedene Notizbüchlein mit wunderschönen, verspielten Motiven. Diese sind aus einer Serie mit dem poetischen Namen “Spring come, rain fall” und werden von der Koreanischen Firma “O-Check” hergestellt. Ich habe mich in das Heft mit den Frauen in schwedischen Trachten und dem kleinen schwedischen Gedicht verliebt und sofort mitgenommen. Ich werde es nun immer mit mir tragen, um dort meine Ideen festzuhalten, auch wenn ich solch schöne Schreibhefte bisher immer viel zu schade fand, um sie voll zuschreiben.
Jetzt muss ich in die Uni und werde mich gleich auf den Weg machen. Eine Freundin erzählte mir einst, dass eine Freundin von ihr jedes Mal schaut, ob sie auf der langen Zugfahrt nach Frankfurt/Oder ein Reh sieht, denn dann wird es ein guter Tag. Das mache ich nun auch immer. Gestern morgen habe ich auch ein paar gesehen und es wurde wirklich ein schöner Tag. Hoffentlich entdecke ich gleich wieder Rehe.
Sonniger Tag
Ich habe den schrecklichsten Muskelkater meines Lebens. So doll, dass ich mich kaum bewegen kann und die ganze Zeit am Jammern und Stöhnen bin, als wäre ich eine alte Frau. Dabei war ich doch nur bowlen. Gestern feierte nämlich ein guter Freund seinen 30. Geburtstag mit einer Partie Bowling und einem anschließenden Essen beim Griechen. Vor etwa zehn Jahren habe ich das letzte Mal eine Bowlingbahn betreten und wohl vergessen, wie anstrengend, aber auch wie lustig es dort sein kann. Heute muss ich nun mit den unangenehmen Folgen des Abends kämpfen.
Um mich ein wenig abzulenken, habe ich beschlossen, das unglaublich schöne Wetter dieses Sonntags im April zu nutzen, um nach Ewigkeiten mal wieder über den Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz zu bummeln. Dort war es so voll, dass man zeitweise das Gefühl bekam, ganz Friedrichshain hätte sich dort verabredet. Ich mag diesen Flohmarkt eigentlich ganz gerne, nur wundere ich mich immer wieder darüber, was und wieviel manch andere dort kaufen und stolz davontragen. Mir fallen immer bloß total veranzte oder völlig kaputte Gegenstände in die Augen, Puppen ohne Kopf zum Beispiel oder einzelne Schuhe (Ich frage mich, was man damit wohl anstellen soll?). Doch heute bin sogar ich einmal fündig geworden und kann nun stolz ein rotes Aluminium-Milchkännchen mit weißen Pünktchen präsentieren, in das ich mich sofort verliebt habe. Der Rest war, wie immer, Schrott.
Danach war ich mit Freunden verabredet und wir waren mal wieder in unserem Lieblingscafé, dem Cupcake, und haben uns eines der süchtigmachenden Küchlein gegönnt. Ein Eis wäre bei dem Wetter heute sicherlich passender gewesen, aber die Cupcakes sind einfach so unschlagbar lecker, dass alles andere daneben nur verlieren kann.
Ansonsten war die vergangene eine anstrengende Woche. Das neue Semester hat begonnen und somit auch der immer härter werdende Kampf um einen Platz im Seminar oder ein Referatsthema. Ich bete jedes Mal, dass das Ende für mich nicht mehr allzu weit entfernt ist. Mein Stundenplan wird sich vielleicht noch ein wenig ändern in den nächsten Tagen, aber immerhin habe ich es schon einmal geschfaft, wenigstens zwei Referatsthemen zu ergattern. Den Rest lasse ich dann auf mich zukommen. Morgen muss ich dann auch schon wieder früh raus. Ein Schwedischkurs um neuneUhr bedeutet für mich leider, dass bereits gegen sechs in der Früh der Wecker klingelt. Deshalb gehe ich nun schlafen. Hoffentlich ist dieser verdammte Muskelkater dann auch verschwunden. Eine schöne Woche an alle.
Wochenrückblick
Ich habe diese Woche gefeiert: den Geburtstag des Liebsten.
Gegessen: eine selbstgebackene Erdbeertorte mit Erdbeeren, die noch gar nicht schmecken.
Gesehen: meinen Bruder zum gemeinsamen Mittagessen.
Gelesen: Alice von Judith Hermann.
Gekauft: Geburtstagsgeschenke.
Entdeckt: lustige Badekissen aus Frottee.
Geplant: das neue Semester und den Tatort Sonntag Abend zu sehen.
Geärgert: über die Bedingungen des Sprachenzentrums der Uni.
Gefreut: über einige warme Sonnenstrahlen
Gespürt: meine Füße nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag.
Morgen beginnt das neue Semester und ich weiß nicht, ob ich mich darauf freuen soll oder eher doch keine Lust habe.
Geburtstag
Gestern gab es einen außerordentlichen Grund zum Jubeln, denn der Liebste hatte Geburtstag. Mit einer Erdbeertorte, Blumen und Freude haben wir zusammen seinen Tag gefeiert. Während er jedoch den freien Tag in erster Linie dafür nutzte, um zuerst all die Dinge zu erledigen, die sonst liegen bleiben, aber irgendwie doch erledigt werden müssen, verpackte ich sein Geschenk, ging einkaufen und bereitete seine Geburtstagstorte vor.
Es ist nicht immer ganz leicht, aber ich bin glücklich. Mit ihm. Es ist großartig, dass es ihn gibt.
Schlechte Tage…
Es gibt Tage, die laufen bereits mit dem Aufstehen irgendwie schief, wie bei mir heute. Ich hätte gar nicht erst aufstehen sollen, wenn ich nicht unbedingt in die Uni nach Frankfurt gemusst hätte, um den Aufdruck meines Semestertickets zu erneuern. Schließlich habe ich diese Sache lange genug vor mir hergeschoben und musste erledigt werden, auch wenn ich darauf überhaupt keine Lust hatte.
Mein Bruder feierte gestern mit selbstgebackenen Brownies, seiner Freundin und mir seinen Geburtstag. Ich bin schon früh gegangen, weil ich mir vorgenommen hatte, am nächsten Morgen früh aufzustehen. Ich wollte viel schaffen. Doch ausgerechnet heute morgen musste ich natürlich verschlafen. Ich fühlte mich nach dem Aufwachen, als sei in der Nacht ein LKW über mich gefahren und war den ganzen Tag über müde.
Freitag fahre ich dann über Ostern zu meinen Eltern an die Ostsee. Ich freue mich schon auf die Tage dort, in der Hoffnung, dass die Sonne scheinen wird. Deshalb wollte ich den Abend heute eigentlich noch einmal mit meinem Herzensjungen verbringen. Aber er hat keine Zeit. Ich bin ein wenig traurig darüber. Nun sehen wir uns erst nach Ostern wieder.
Morgen muss ich aber erst noch einmal arbeiten und danach gehe ich mit einer Freundin auf eine Party. Ich war schon ewig nicht mehr aus. Vielleicht bringt es mich auf andere Gedanken nach diesem komischen Tag im Stimmungstief.









